Kapitel 1: Die berufliche Zuverlässigkeit als Grundpfeiler der Transportgenehmigung
Die berufliche Zuverlässigkeit im Straßengüterverkehr ist kein ethisches oder moralisches Konzept, sondern eine **unmittelbar geltende administrative Voraussetzung** für den Betrieb. Gemäß der Verordnung (EG) 1071/2009 und dem Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) führt der Verlust der Zuverlässigkeit zum automatischen Entzug der Gemeinschaftslizenz und zur Unfähigkeit des Verkehrsleiters, ein Unternehmen im Sektor innerhalb der Europäischen Union zu führen.
Im professionellen Transportwesen von 2026 wird der Verlust der Zuverlässigkeit über das Europäische Register für Kraftverkehrsunternehmen (ERRU) verwaltet. Ein einziger Verstoß, der als **VSI (Very Serious Infringement - Schwerster Verstoß)** eingestuft wird, oder die Anhäufung schwerer Verstöße löst von Amts wegen das Verfahren zum Entzug der Lizenz aus. Die Wiederherstellung ist nach Zahlung des Bußgeldes kein automatischer Prozess; sie erfordert ein Rehabilitationsverfahren, in dem das Unternehmen proaktiv nachweisen muss, dass es die technischen Ursachen für die Sanktion korrigiert hat. Bei TachoTools liefern wir die forensische Basis durch die Analyse von .DDD-Dateien, um die Fristen der Unzuverlässigkeit zu verkürzen.
Kapitel 2: Warum verliert man 2026 die Zuverlässigkeit?
Die Behörden (BALM/BAG) nutzen heute einen permanenten Kontrollalgorithmus, der mit dem ERRU-System synchronisiert ist. Die Ursachen, die ein Entzugsverfahren beschleunigen, sind:
- Das Punkte-Rating (ERRU): Jede Sanktion addiert Punkte. Bei Überschreiten des Koeffizienten, der für Ihre Flottengröße festgelegt wurde, beginnt der Widerrufsprozess. Eine monatliche präventive Prüfung zur Überwachung dieses Risikos ist lebenswichtig.
- Technische Manipulationen: Das Erkennen einer Manipulation des Tachographen oder die Nutzung von Software zur Manipulation von GNSS-Daten führt zum direkten Verlust der Zuverlässigkeit, unabhängig von der bisherigen Historie des Unternehmens.
- Kritische Lenkzeitüberschreitungen: Überschreitung der täglichen Lenkzeit um mehr als 50 % ohne die obligatorischen Pausen gemäß der Fahrpersonalverordnung.
Kapitel 3: Das forensische Rehabilitationsverfahren
Sobald der Bescheid rechtskräftig ist, wird eine Sperrfrist festgesetzt, die in der Regel zwischen 6 Monaten und einem Jahr liegt. Jedoch erlaubt die Gesetzgebung eine Rehabilitation durch den Nachweis hochwertiger Korrekturmaßnahmen. Dies umfasst:
- Technische Stellungnahmen: Nutzung des Einspruchsservice für Bußgelder, um nachzuweisen, dass das Unternehmen digitale Kontrollprotokolle implementiert hat.
- Compliance-Plan: Nachweis der Nutzung einer Software zur rechtssicheren Archivierung, die eine Wiederholung der Verstöße verhindert.
- Zertifizierung des Verkehrsleiters: Wenn der Verkehrsleiter für unzuverlässig erklärt wurde, muss er erneut eine Fachkundeprüfung oder eine Aktualisierungsschulung absolvieren, bevor er wieder tätig werden darf.