Was ist eine TGD-Datei? Guide für Fahrerkartendaten

Technische Analyse, Unterschiede zu DDD und gesetzliche Compliance für Berufskraftfahrer

Die TGD-Datei ist ein spezifisches Datenformat, das beim Auslesen einer Fahrerkarte für digitale Tachographen entsteht. Während der allgemeine europäische Standard oft als DDD bezeichnet wird, wird die Endung .TGD häufig von bestimmten Download-Keys und Softwarelösungen genutzt, um die personalisierten Aktivitätsaufzeichnungen eines Fahrers zu kapseln.

Im Rahmen der EU-Verordnung 561/2006 dient die TGD-Datei als primärer gesetzlicher Nachweis für den Arbeitstag eines Fahrers. Sie enthält digital signierte Metadaten, welche die Echtheit der Lenk- und Ruhezeiten garantieren. Dies macht sie zu einem kritischen Dokument bei Betriebsprüfungen durch das BALM (ehemals BAG) oder den Zoll.

Technische Visualisierung der TGD-Datenextraktion von einer Smart-Fahrerkarte
Technische Zusammensetzung einer .TGD-Datei

Im Gegensatz zu Dateien aus der Fahrzeugeinheit (Massenspeicher) konzentriert sich die TGD-Datei ausschließlich auf den einzelnen Fahrer. Die Daten folgen dem Fahrer unabhängig davon, welchen Lkw oder welche Flotte er steuert. Zu den wichtigsten Datenblöcken gehören:

Fahreridentität & Schichten

Vollständiger Name, Kartennummer und Ablaufdatum. Es werden die täglichen Lenkzeiten über mehrere Fahrzeuge hinweg verfolgt, die in den letzten 28 bis 56 Tagen genutzt wurden.

Ruhe- & Arbeitszyklen

Aufzeichnungen über unzureichende Tagesruhezeiten, Pflichtpausen und manuelle Nachträge von "anderen Arbeiten" (Hammer-Symbol).

TGD vs. DDD: Den Unterschied verstehen

Eine der häufigsten Fragen im Flottenmanagement ist der Unterschied zwischen diesen beiden Formaten. Technisch gesehen sind sie kompatibel, ihr Umfang unterscheidet sich jedoch:

Merkmal TGD-Datei (Fahrerkarte) DDD-Datei (Fahrzeug/Massenspeicher)
Hauptfokus Der einzelne Fahrer Die Fahrzeugeinheit (VU)
Auslese-Zyklus Alle 28 Tage Alle 90 Tage
Kerninhalte Persönliche Lenk- & Ruhezeiten Geschwindigkeit, technische Fehler & Ereignisse

Datenschutz & Aufbewahrung (DSGVO)

Da TGD-Dateien sensible personenbezogene Informationen enthalten, unterliegt ihre Verwaltung strengen Regeln der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unternehmen müssen Folgendes sicherstellen:

  • Sichere Archivierung: Dateien müssen auf verschlüsselten Servern für mindestens 12 Monate gespeichert werden (je nach nationalem Recht auch länger für Finanzbehörden).
  • Sofortige Verfügbarkeit: Die Dateien müssen bei einer Kontrolle durch Verkehrsbehörden jederzeit bereitgestellt werden können.
  • Integrität: Die digitale Signatur muss intakt bleiben. Wenn eine TGD-Datei modifiziert wird, erlischt ihre rechtliche Gültigkeit.

Was die Fahrzeugdatei weiß und die Karte nicht

Beide Auslesungen werden gern als zwei Fassungen derselben Sache behandelt. Sie sind es nicht. Jede sieht den Betrieb von einer anderen Position — und die Lücke dazwischen ist der Ort, an dem die meisten Feststellungen entstehen.

  • Die Karte folgt einer Person durch alle Fahrzeuge.
  • Die Fahrzeugeinheit folgt einem Fahrzeug durch alle Fahrer.

Damit ist die Fahrzeugdatei der einzige Ort, an dem bestimmte Dinge überhaupt existieren: Bewegung, die ohne gesteckte Karte aufgezeichnet wurde, Karten von Fahrern, nach denen niemand gesucht hat, und die technischen Ereignisse und Störungen — Spannungsunterbrechungen, Bewegungsdatenkonflikte, Sicherheitsverletzungen —, die die Karte nie sieht.

Warum sie Kartentausch aufdeckt

Eine Fahrerkarte lässt sich zwischen Fahrzeugen bewegen. Der Fahrzeugspeicher nicht. Wenn zwei Aufzeichnungen darüber uneins sind, wer gefahren ist, ist die Fahrzeugdatei der unabhängige Zeuge — und beim intelligenten Gerät führt sie zusätzlich GNSS-Positionen, was aus „wer" ein „wer, und wo" macht.

Die 90 Tage existieren, weil der Speicher überschreibt

Die Fahrzeugeinheit ist spätestens alle 90 Tage auszulesen, die Karte alle 28. Zwei Uhren, die nie auf denselben Tag fallen — weshalb ausgerechnet die Fahrzeugfrist durchrutscht.

Und der Grund ist nicht das Bußgeld. Der Massenspeicher ist begrenzt: ist er voll, werden die ältesten Daten endgültig überschrieben. Keine Kopie in der Werkstatt, keine beim Hersteller, keine auf einem Server. Wer spät ausliest, liest einen Zeitraum aus, den es im Gerät nicht mehr gibt.

Das ist der Unterschied zwischen einer Verteidigung mit Daten und einer mit Worten — und im Streitfall ist dieser Unterschied der ganze Fall.

Professionelle Analyse mit TachoTools

Eine rohe .TGD-Datei ist ein binäres Format, das nicht einfach mit Excel oder PDF-Viewern geöffnet werden kann. Um diese Daten nutzbar zu machen, benötigen Sie einen spezialisierten Tachographen-Parser.

Durch das Hochladen Ihrer Dateien in das TachoTools Sicherheits-Portal werden die technischen Metadaten umgewandelt in:

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