Bußgeldkatalog Güterkraftverkehr 2026

Offizieller Bußgeldbereich: Sanktionen, Verstoßarten und Verlust der Zuverlässigkeit gemäß GüKG, FPersV und dem EU-Mobilitätspaket.

AKTUALISIERTE TABELLE Stand: Januar 2026

Kapitel 1: Das Sanktionssystem im Zeitalter des Smart Tachograph V2

Der Bußgeldkatalog für den Güterkraftverkehr ist in Deutschland nicht nur eine Liste von Strafen; er ist das Kontrollinstrument zur Sicherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen in der EU. Im Jahr 2026, nach der Konsolidierung der Verordnung (EU) 2024/1258, wurden die Sätze angepasst, um Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie technologische Manipulationen extrem hart zu bestrafen. Die deutschen Behörden verknüpfen jedes Bußgeld direkt mit dem ERRU-Risikorating, bei dem ein "schwerster Verstoß" (VSI) zum Verlust der beruflichen Zuverlässigkeit führen kann.

Kapitel 2: Schwerste Verstöße (VSI - Very Serious Infringements)

Diese Sanktionen ziehen in Deutschland Bußgelder von 1.500 € bis zu 5.000 € nach sich und gefährden unmittelbar die Gemeinschaftslizenz des Unternehmens.

BESCHREIBUNG DES VERSTOSSES BUSSGELD (CA.)
Manipulation des Tachographen: Verwendung von Magneten, Störsoftware oder Geräten zur GNSS-Fälschung. Ab 5.000 €
Fahren ohne Karte: Lenken ohne gesteckte Fahrerkarte oder Nutzung einer fremden/gefälschten Karte. 2.100 € - 3.500 €
Unterschreitung Wochenruhezeit: Verkürzung der regelmäßigen Wochenruhezeit um mehr als 50 %. 1.500 € - 2.500 €
Exzessive Tageslenkzeit: Überschreiten der Limits um mehr als 50 % (z.B. über 15h Fahrt). 1.800 € - 2.500 €

Kapitel 3: Schwere Verstöße (SI / MSI)

Diese stehen oft im Zusammenhang mit Managementfehlern oder fehlerhaften Nachträgen. Die Häufung dieser Sanktionen löst in Deutschland die gefürchteten BALM-Betriebsprüfungen aus.

  • Fehlerhafte manuelle Nachträge: Lücken in der Historie bei Karteneingabe werden als fehlender Nachweis (ca. 750 €) geahndet. Mehr Infos: Anleitung Nachtrag.
  • Ungenügende Pausen: Pausenteilung, die nicht dem 15+30 Schema entspricht, führt zur Addition der Lenkzeitblöcke.
  • Zeitgruppenschalter: Nutzung der "Pause" zur Verschleierung von Be- und Entladezeiten (Arbeitszeitbetrug).

Kapitel 4: Staffelung der Bußgelder nach Zeit

In Deutschland gilt bei Lenkzeitüberschreitungen eine degressive Staffelung. Jede angefangene halbe Stunde erhöht das Bußgeld für Fahrer und Unternehmer getrennt:

  • Bis zu 1 Stunde: Ca. 30 € (Fahrer) / 90 € (Unternehmer).
  • 1 bis 2 Stunden: Ca. 60 € / 180 € pro angef. 30 Min.
  • Über 2 Stunden: Als VSI eingestuft, Bußgelder über 1.000 € möglich.

Kapitel 5: Fragen zu Bußgeldern und Fristen

Ja, das Unternehmen ist für die Instandhaltung verantwortlich. Fehlende Daten im .DDD-Archiv wegen Defekt befreien nicht von der Strafe (ca. 1.500 €), wenn die Reparatur nicht innerhalb von 7 Tagen nachgewiesen wird.

Bei Straßenkontrollen werden seit 2025/2026 die letzten 56 Tage geprüft. Bei Betriebsprüfungen im Unternehmen beträgt die Aufbewahrungs- und Prüfpflicht 12 Monate (bzw. 24 Monate für Arbeitszeitnachweise).

Management-Resümee 2026

Die Digitalisierung der Kontrolle durch DSRC-Antennen ermöglicht dem BALM eine chirurgische Präzision bei Sanktionen. Die einzige Möglichkeit, die Bilanz des Unternehmens positiv zu halten, ist die aktive Prävention: Auditieren Sie Ihre Flotte mit TachoTools, bevor die Behörde es tut.

Risiko-Audit
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