Wöchentliche & zweiwöchentliche Lenkzeitüberschreitung

Management der 56h- und 90h-Limits gemäß Verordnung (EG) 561/2006

Die wöchentliche Lenkzeitüberschreitung ist ein tückischer Verstoß. Im Gegensatz zu täglichen Limits bleibt sie bei manuellen Kontrollen oft unentdeckt, tritt aber mit forensischer Klarheit zutage, wenn Behörden .DDD-Dateien analysieren. Das Überschreiten dieser kumulierten Limits ist ein Hauptauslöser für Betriebsprüfungen und gefährdet die Zuverlässigkeit Ihres Unternehmens.

Software-Dashboard zur Überwachung der wöchentlichen Lenkzeit und des zweiwöchentlichen 90-Stunden-Limits

Die zwei Kumulations-Filter

Europäische Sicherheitsstandards legen zwei verschiedene „Obergrenzen“ fest, um langfristige Übermüdung der Fahrer zu verhindern. Verstöße gegen eine dieser Grenzen führen zu Sanktionen:

Wöchentliches Limit (56h)

Die Gesamtlenkzeit in einer fixen Woche (Montag 00:00 bis Sonntag 24:00) darf 56 Stunden nicht überschreiten.

Zweiwöchentliches Limit (90h)

Die Summe der Lenkzeiten in zwei aufeinanderfolgenden Wochen darf 90 Stunden nicht überschreiten.

Profi-Tipp: Wenn ein Fahrer in Woche 1 bereits 56 Stunden lenkt, ist er in Woche 2 gesetzlich auf maximal 34 Stunden begrenzt. In diesem „gleitenden Fenster“ unterlaufen Disponenten die meisten Planungsfehler.

Sanktionsskala: Finanzielle & operative Auswirkungen

Prüfer berechnen Bußgelder basierend auf dem Prozentsatz der Überschreitung der 56h- oder 90h-Limits. Seit 2020 werden diese EU-weit streng geahndet:

Überschreitung (in %) Verstoßkategorie ERRU-Risiko-Level
Weniger als 5% Geringfügig (MSI) Niedrige Auswirkung
5% bis 10% Schwerwiegend (SI) Mittleres Risiko
Über 10% Sehr schwerwiegend (VSI) Hohes Risiko (Entzug der Konzession möglich)

Häufige Planungsfehler

Datenanalysen aus DDD-Aufzeichnungen zeigen, dass die meisten zweiwöchentlichen Überschreitungen verursacht werden durch:

  • Verwechslung der Kalenderwoche: Annahme, die Woche begänne mit dem Schichtstart des Fahrers statt der strikten Montag-bis-Sonntag (UTC) Regel.
  • Isolierte Planung: Disposition der Woche 2, ohne die bereits verbrauchten Stunden aus Woche 1 zu berücksichtigen.
  • Sonntags-Rückkehrer: Den Fahrer drängen, am Sonntagabend noch „nach Hause“ zu kommen, ohne zu realisieren, dass die 56h-Schwelle bereits überschritten wird.

Präventive Compliance mit TachoTools

Manuelle Tabellenkalkulationen können mit dem „gleitenden Fenster“ der zweiwöchentlichen Limits nicht mithalten. TachoTools automatisiert die Berechnungen, um Ihre Flotte abzusichern:

  • Live-Akkumulatoren: Sofortige Summen für die aktuelle Woche und den rollierenden 14-Tage-Zeitraum.
  • Näherungswarnungen: Visuelle Alarme, wenn ein Fahrer weniger als 5 Stunden von seinem zweiwöchentlichen Limit entfernt ist.
  • Lückenerkennung: Identifiziert fehlende manuelle Nachträge, die tatsächliche Lenkzeiten verbergen könnten.