Die wöchentliche Lenkzeitüberschreitung ist ein tückischer Verstoß. Im Gegensatz zu täglichen Limits bleibt sie bei manuellen Kontrollen oft unentdeckt, tritt aber mit forensischer Klarheit zutage, wenn Behörden .DDD-Dateien analysieren. Das Überschreiten dieser kumulierten Limits ist ein Hauptauslöser für Betriebsprüfungen und gefährdet die Zuverlässigkeit Ihres Unternehmens.
Die zwei Kumulations-Filter
Europäische Sicherheitsstandards legen zwei verschiedene „Obergrenzen“ fest, um langfristige Übermüdung der Fahrer zu verhindern. Verstöße gegen eine dieser Grenzen führen zu Sanktionen:
Wöchentliches Limit (56h)
Die Gesamtlenkzeit in einer fixen Woche (Montag 00:00 bis Sonntag 24:00) darf 56 Stunden nicht überschreiten.
Zweiwöchentliches Limit (90h)
Die Summe der Lenkzeiten in zwei aufeinanderfolgenden Wochen darf 90 Stunden nicht überschreiten.
Profi-Tipp: Wenn ein Fahrer in Woche 1 bereits 56 Stunden lenkt, ist er in Woche 2 gesetzlich auf maximal 34 Stunden begrenzt. In diesem „gleitenden Fenster“ unterlaufen Disponenten die meisten Planungsfehler.
Sanktionsskala: Finanzielle & operative Auswirkungen
Prüfer berechnen Bußgelder basierend auf dem Prozentsatz der Überschreitung der 56h- oder 90h-Limits. Seit 2020 werden diese EU-weit streng geahndet:
| Überschreitung (in %) | Verstoßkategorie | ERRU-Risiko-Level |
|---|---|---|
| Weniger als 5% | Geringfügig (MSI) | Niedrige Auswirkung |
| 5% bis 10% | Schwerwiegend (SI) | Mittleres Risiko |
| Über 10% | Sehr schwerwiegend (VSI) | Hohes Risiko (Entzug der Konzession möglich) |
Häufige Planungsfehler
Datenanalysen aus DDD-Aufzeichnungen zeigen, dass die meisten zweiwöchentlichen Überschreitungen verursacht werden durch:
- Verwechslung der Kalenderwoche: Annahme, die Woche begänne mit dem Schichtstart des Fahrers statt der strikten Montag-bis-Sonntag (UTC) Regel.
- Isolierte Planung: Disposition der Woche 2, ohne die bereits verbrauchten Stunden aus Woche 1 zu berücksichtigen.
- Sonntags-Rückkehrer: Den Fahrer drängen, am Sonntagabend noch „nach Hause“ zu kommen, ohne zu realisieren, dass die 56h-Schwelle bereits überschritten wird.
Präventive Compliance mit TachoTools
Manuelle Tabellenkalkulationen können mit dem „gleitenden Fenster“ der zweiwöchentlichen Limits nicht mithalten. TachoTools automatisiert die Berechnungen, um Ihre Flotte abzusichern:
- Live-Akkumulatoren: Sofortige Summen für die aktuelle Woche und den rollierenden 14-Tage-Zeitraum.
- Näherungswarnungen: Visuelle Alarme, wenn ein Fahrer weniger als 5 Stunden von seinem zweiwöchentlichen Limit entfernt ist.
- Lückenerkennung: Identifiziert fehlende manuelle Nachträge, die tatsächliche Lenkzeiten verbergen könnten.
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