Eine unzureichende tägliche Ruhezeit gilt unter der EU-Verordnung (EG) 561/2006 als kritischer Sicherheitsverstoß. Er liegt vor, wenn ein Fahrer den vorgeschriebenen zusammenhängenden Ruhezeitraum innerhalb eines 24-Stunden-Zyklus nicht einhält, was zu hohen Bußgeldern und einem erhöhten Risiko für Übermüdungsunfälle führt.
In vielen Fällen ist dieser Verstoß eine direkte Folge einer Überschreitung der täglichen Lenkzeit. Da das 24-Stunden-Fenster starr ist, führt jede Verzögerung beim Schichtende automatisch zu einer Verkürzung der verfügbaren Ruhezeit.
Anforderungen an die tägliche Ruhezeit: Regulär vs. Reduziert
Die tägliche Ruhezeit ist gesetzlich als Zeitraum definiert, in dem der Fahrer frei über seine Zeit verfügen kann. Der 24-Stunden-Zyklus beginnt in dem Moment neu, in dem ein Fahrer nach einer vorangegangenen täglichen oder wöchentlichen Ruhezeit die Arbeit aufnimmt.
Reguläre tägliche Ruhezeit
Ein zusammenhängender Zeitraum von mindestens 11 Stunden.
Splitting-Option: Kann in zwei Teilen genommen werden: ein erster Zeitraum von mindestens 3 Stunden, gefolgt von einem zweiten von mindestens 9 Stunden (insgesamt 12 Stunden).
Reduzierte tägliche Ruhezeit
Ein Zeitraum von mindestens 9 Stunden, aber weniger als 11 Stunden.
Limit: Fahrern sind strikt nur drei reduzierte Ruhezeiten zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten gestattet.
Häufige Auslöser für Verstöße
Der digitale Tachograph registriert in der .DDD-Datei einen Verstoß unter folgenden Bedingungen:
- Zeitunterschreitung: Weniger als 9 Stunden Ruhezeit innerhalb des 24-Stunden-Fensters.
- Häufigkeitsverstoß: Inanspruchnahme einer 4. reduzierten Ruhezeit innerhalb derselben Woche.
- Unterbrechung: Aufzeichnung von „Lenkzeit“ oder „Anderer Arbeit“ während der Ruhezeit (oft kategorisiert als Fehlbedienung).
- Mehrfahrerbetrieb-Fehler: Versäumnis, innerhalb eines 30-Stunden-Fensters bei Doppelbesatzung eine 9-stündige Ruhezeit abzuschließen.
Schweregrad der Sanktionen & ERRU-Auswirkungen
Sanktionen werden basierend auf dem Prozentsatz der fehlenden Ruhezeit gestaffelt. Diese beeinflussen direkt das Riskoeinstufungssystem (ERRU) des Unternehmens:
| Fehlende Zeit | Kategorie | Typische Konsequenz |
|---|---|---|
| Weniger als 1 Stunde | Geringfügig (MSI) | Mäßiges Bußgeld. |
| 1 bis 2 Stunden | Schwerwiegend (SI) | Hohes Bußgeld + Erhöhung des Unternehmensrisikos. |
| Mehr als 2 Stunden | Sehr schwerwiegend (VSI) | Maximales Bußgeld + Stilllegung des Fahrzeugs möglich. |
Präventionsstrategie: Automatisierte Überwachung
Die manuelle Verfolgung der „drei reduzierten Ruhezeiten pro Woche“ ist die Hauptursache für Fehler. Modernes Flottenmanagement erfordert vorausschauende Intelligenz, um kumulierte Verstöße zu vermeiden.
Durch die Nutzung des TachoTools Compliance Dashboards können Transportleiter Folgendes visualisieren:
Schichtende-Alarme
Präzises Wissen, wann eine Schicht enden muss, um das Ruhezeitfenster einzuhalten.
Reduzierungs-Zähler
Live-Tracking der genutzten 9-Stunden-Slots zur Vermeidung des 4. Verstoßes.
Pre-Audit-Analyse
Bereinigung von DDD-Daten vor einer offiziellen Kontrolle.
Ruht Ihre Flotte gesetzeskonform?
Eine einzige falsch berechnete Stunde kann einen „sehr schwerwiegenden Verstoß“ (VSI) auslösen. Schützen Sie Ihre Konzession mit Echtzeit-Analysen.
Compliance Quick Links